Bestellschein

Ein Kaleidoskop.
Kein Roman.

Paris in den 20ern: Man Ray fotografiert staubige Glasplatten. Berenice Abbott lehnt in der Tür zur Dunkelkammer; sie hat ihre Koffer gepackt und verlässt das Atelier. André Breton küsst Simone Kahn. Marcel Duchamp gibt die Kunst zugunsten des Schachspiels auf. Jean Eugène Auguste Atget dokumentiert das alte Paris, bevor es verschwindet. Louis Aragon bekommt ein Paar Handschuhe einer unbekannten Besucherin geschenkt. Nancy Cunard trägt ein exquisites Schlauchkleid und mischt den ganzen Laden auf. Claude Cahun rasiert sich die Haare. Adrienne Monnier überbringt 5000 Francs. Max Ernst bringt eine Dose Thunfisch mit. Sylvia Beach ist verzweifelt und Valeska Gert tanzt die sentimentale Passivität der Tangodame, während Tristan Tzara übersetzt … So könnte es gewesen sein, vielleicht war es aber auch ganz anders.

«Das surrealistische Büro» ist kein Roman. Es ist ein Kaleidoskop. Es lässt den Leser als Beobachter teilhaben an der Entstehung des Surrealismus: Im «Büro für surrealistische Forschungen» in der Rue de Grenelle 15, wo sich in einer Männerrunde um André Breton die Gemüter über das Thema Sexualität erhitzen, das auf skurrile Weise rein intellektuell diskutiert wird. Im Café Certa, in Atgets Atelier, im Aux Deux Magots, in Bretons Wohnung in der Rue Fontaine. «Das surrealistische Büro» setzt sich aus einer Reihe atmosphärisch dichter, poetischer Kurztexte zusammen, die – entsprechend einer surrealistischen Arbeitstechnik – einer Collage gleichen und den Eindruck der Gleichzeitigkeit der Geschehnisse vermitteln. Bekannte und unbekannte Künstler der damaligen Avantgarde werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Lebenswelt der Pariser Künstlerinnen liegt. So trifft Berenice Abbott, während sie sich in ihrer Mittagspause auf Motivsuche begibt, um einem Streit mit ihrem Arbeitgeber Man Ray aus dem Weg zu gehen, auf Eugène Atget, wie er sich mit seiner monströsen Kamera durch die Straßen schleppt. Claude Cahun inszeniert sich selbst vor der Kamera als Verwandlungskünstlerin und sucht nach ihrer Identität jenseits des stereotypen Frauenbildes ihrer Zeit. Und Marcel Duchamp verweigert sich der Kunst und erfindet sie neu. Die Erzählungen sind so ineinander verschlungen, dass nach und nach einzelne Facetten der komplexen Charaktere und das Beziehungsgeflecht der Künstler ans Licht treten. Man möchte verweilen in diesem schillernden Paris der 20er Jahre, doch der Schlussteil des Buches, der thematisch um die Versteigerung des Nachlasses der Surrealisten kreist, holt den Leser zurück in die Gegenwart.

Die Textcollage von Angela Kreuz findet ihre bildliche Entsprechung in den Illustrationen von Bernhard Rusch, die die im Buch auftretenden Künstlerinnen und Künstler in Szene setzen.

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SV0007
Angela Kreuz:
Das surrealistische Büro

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
128 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 9.63 EUR

«Immer wenn es lustig wurde,
fing ich an zu weinen»

Dieser Satz, den der große Jean Paul nie gesagt hat, steht als unsichtbares Motto über einem Buch, das wie eine Autobiografie daherkommt, die einer traurigen Erkenntnis des nicht weniger großen Arno Schmidt Folge leistet: «Mein Leben?!: ist kein Kontinuum!». Sondern der notdürftig zu einer Geschichte zusammengeschusterte Versuch biografischer Sinngebung, das hilflose Unterfangen, sich gegen die eigentliche Wirkmacht des Daseins zur Wehr zu setzen: das kunterbunte Durcheinander von allem Möglichen, dem Wichtigen wie dem Unwichtigen, der Zahl der zeitlebens durchlittenen Geschlechtsakte (1879) ebenso wie dem Umstand, dass es nicht Kalli Feldkamp war, sondern Uwe Klimaschewski, der als Trainer des FC Homburg den Platzwart an den Torpfosten fesseln ließ und zum allgemeinen Beschuss freigab. Und selbst das könnte ins Reich der Mythen gehören.

The Lost Chapter: Das legendäre verschollene Kapitel aus Dieter Paul Rudolphs großer Autobiografie «Mein Leben, so wie Jean Paul es aufgeschrieben hätte, wenn es seins gewesen wäre» Download als PDF-Datei

Unser Leben, so wir es wahrheitsgemäß notieren wollen, folgt den Gesetzen des Traums. Wildgewordene Synapsen im Gehirn schaffen bizarre Zusammenhänge, kreieren obskure Bilder und Abläufe, verwechseln Vergangenheit mit Gegenwart, Schein mit Sein, schaffen eine Logik, die uns fliegen lässt oder auch nicht, wüten Vandalen in der Schatzkammer unserer Wörter und zwingen sie zu innigster Vereinigung. Da kopuliert «schnell» mit «Schnellinger», die Kontoristin mit dem Wembley-Tor, Miro Klose hat selbigen im Hals – ach, es ist ein einziges neuronales Albern und Scherzen. Und es ist unser Leben. Vorgetragen in der einzig dafür vorgesehenen Kunstform, dem Dada, verziert mit Bruchstücken des Expressionismus und des fortgeschrittenen Wortdurchfalls, ein Albtraum, der zum Albleben wird, dessen Kontinuität einzig darin kontinuierlich ist, dass die Traummechanismen unberechenbar den Acker des labilen Gehirns durchpflügen, um zu säen, was erst der Tod erntet: den Sinn des Lebens als blühende Sinnlosigkeit.

Was lernen wir aus diesem Buch? Dass allein in der Literatur die Wahrheit liegt. Dass aber die Wahrheit sich einen Dreck um die Gesetze der Literatur schert. Und dass, notabene, die Literatur eh macht, was sie will. Man darf sie nur nicht dabei stören. Also hört auf den großen Jean Paul, wenn er sich über die Schultern des auch nicht allzu winzigen Dieter Paul Rudolph beugt und ihm ins Ohr flüstert: «Fein, mein Lieber. Und jetzt gehen wir nach draußen, eine Runde weinen.»

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SV0004
Dieter Paul Rudolph:
Mein Leben, so wie Jean Paul es aufgeschrieben hätte, wenn es seins gewesen wäre

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
160 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 10.70 EUR

Plagiat?
Kopie?
Nein – Ehrung!

Vor einigen Jahren entdeckte Oliver Jung-Kostick – Autor, Lektor, Maler und Fotograf – im Antiquariat das «Allgemeine Deutsche Reimlexikon» von Ferdinand Friedrich Hempel alias Peregrinus Syntax. Dieser sammelte in dem zweibändigen Werk, das 1826 in Leipzig erschien, eine ganze Reihe zwar erfundener aber wohlklingender Worte. Mit dem seltenen Antiquariatsfund war eine Idee geboren: «Es gibt heutzutage soviel Sinnloses, das sich hässlich anhört – weil es innerer Hässlichkeit entspringt. Ich wollte zur Abwechslung mal was Sinnloses veröffentlichen, das sich schön anhört und Spaß macht.» Inspiriert von Hempels Reimlexikon und gepaart mit Oliver Jung-Kosticks eigenen Wortkreationen entstanden 27 dadaistische Gedichte. Dazu gesellen sich 44 Wörterlisten, die dem Leser als Vorlage für neue Gedichtschöpfungen oder zum Ausfüllen der inkludierten ‧Lückentexte dienen. Ein Gewinnspiel, ergänzende Seiten als Download und ein Brief an das Bundesgesundheitsministerium runden das ungewöhnliche Werk ab.

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SV0002
Oliver Jung-Kostick:
wo der stockzirkel bollt...

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
116 Seiten
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 9.63 EUR

«August Fünfzehn» erschienen im Sommer Sechzehn

Mit Bernhard Rusch konnte der Schrägverlag eine Ikone der bayrischen Dada-Kultur für sich gewinnen. Nicht nur, dass Rusch seit 30 Jahren für das Literatur- und Kunstmagazin «applaudissement» verantwortlich zeichnet – auch seine schlicht ergreifenden Portraits berühmter Persönlichkeiten sorgen immer wieder für Aufsehen. Letztere veröffentlicht er allerdings unter dem Pseudonym «Elwood».

«Finnische Verdichtung» lautet der Untertitel vom neuen Schrägwerk und das aus gutem Grund. Entstanden doch die zwei Dutzend Gedichte während eines Aufenthaltes in Finnland im Sommer 2015. Thematisch dreht sich in dem vorliegenden Schriftstück alles um die Liebe, das Leben und zwischenmenschliche Beziehungen im Allgemeinen. Mal ernst und melancholisch, mal augenzwinkernd und lustig, auf jeden Fall aber immer konterkariert durch die im schrägen Layout abgesetzten Kommentare. Dada zum Anfassen und Begreifen, den Erläuterungen sei Dank.

Die Erzählungen «Meine zehn Finger» und «Kennen Sie Kuibyschewsky?» von Helmut Glatz runden das neue Buch ab. Hemut Glatz, Rektor i.R., ist Gründer des Landsberger Autorenkreises und Spielleiter des Marionettentheaters «Am Schnürl» in Kaufering.

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SV-0003
Bernhard Rusch:
August Fünfzehn

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
88 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 9.63 EUR

Die kranken Köche

Wie verhält man sich, wenn einem ein Stammesältester eine Zwirbelhornziege offeriert? Darf man die Dessertgabel nehmen, um eine von einem Zitronenfalter gefaltete Zitrone zu entfalten? Was passiert, wenn man Schneebällchen mit Streusalz nachwürzt? Wie oft kann man die Teewurst aufbrühen? Und stimmt das wirklich, dass sie bei einer Ziehzeit von über fünf Minuten beruhigend wirkt? – Man traut sich ja heute gar nicht mehr, solch harmlose Fragen zu stellen! Egal, was wir tun, irgendwas machen wir immer falsch – und garantiert gibt es auch immer jemanden, der uns auf die Schliche kommt und uns an den Pranger stellt. Das muss anders werden! Aber wie? Hilfe naht in Gestalt der großartigen Koch-, Fress-, Sauf- und Denkthologie aus dem Schrägverlag mit dem bezeichnenden Namen: Die kranken Köche. Jetzt wird alles gut. Einfach kaufen, lesen und beherzigen, was Karabin Oljoschin, Sabine Hennig-Vogel, Kostja Kotletow und Oliver Jung-Kostick zum Thema zu sagen haben. Herausgegeben und zusammengestellt von Oliver Jung-Kostick. Kostja Kotletow aufgezeichnet von Sabine Hennig-Vogel. Karabin Oljoschin ist Untermieter bei Carsten Lohse. Beim Rest sind wir uns inzwischen selber nicht mehr so sicher.

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SV0009
Oliver Jung-Kostick (Hrsg.):
Die kranken Köche

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
260 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 13.91 EUR

Lebenshilfe
leicht gemacht

Lebenshilfe leicht gemacht – in tiefsinnigen Dialogen erklärt Guido Rohm seine Welt. Dabei beschäftigt er sich mit alltäglichen Situationen und beleuchtet diese aus einem nicht immer ganz sarkasmusfreien Blickwinkel. Wir erfreuen uns an dem artgerechten Umgang mit einer Ameise, lernen Außerirdische kennen, erfahren, warum Mülltrennung nix mit Rassismus zu tun hat und loben Rabbi Steinsalz. Im Chinarestaurant sprechen wir deutsch und wir dürfen in Susis Tagebuch blättern. Schlüpfrig bis benommen kommen wir zu unserem Gaststar. Als Gastautorin poltert dieses Mal Demotivationstrainerin Birgit durch das Werk. Sie beschimpft die Welt und alles darauf Befindliche. Mit ihrer offenen und direkten Art beleidigt sie zielsicher und ohne jegliche Literaturakrobatik. Lassen Sie sich von Guido aufbauen und von Birgit zerstören!

«Ein Reiseführer in die Gefilde des Irrsinns»
Rheinecker-Wübenthal Zeitung

«Was dem Buch fehlt, sind ein paar Gartenmöbel und eine Sitzheizung, ansonsten ist es aber bestens ausgestattet, vor allem die ungeraden Seiten sind sehr zu empfehlen.»
Mehringstätter Götterbote

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SV0006
Guido Rohm: An und Pfirsich

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
200 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 11.77 EUR

Liegen allen Büchern bei:
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung

Alle angegebenen Preise sind Endpreise zzgl. Liefer-/Versandkosten. Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.

Texte für stille und laute Örtchen

Guido Rohm, der Erfinder der gleichnamigen Geschlechtskrankheit, hat wieder zugeschlagen. Seine Bonmots, etwa zur sittlichen Reife der gemeinen Weintraube, schmeicheln Hirn und Augen der Leserschaft. Nach «An und Pfirsich», das sich 300 Wochen auf Platz 1 der tabukischen Bestsellerliste halten konnte, legt Rohm mit diesem Standartmeisterwerk neuerlich einen Pageturner vor, der bereits wie sein Vorgänger, Blinde gehend und Taube sehend machen kann.

Marianne Blum, eine international gefeierte Gastautorin, floh 2009 aus Tabukistan nach Deutschland. «Wenn ich einen guten Text schreibe, bin ich Deutsche. Ist er schlecht, bin ich Tabukin.»

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SV0008
Guido Rohm:
Tyrannei in Senfsoße

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
260 Seiten zweiseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 13.91 EUR

Ein Nachschlagewerk für Dumm und Kalt

Die Herren M. und Oljoschin haben im Spätherbst des letzten Jahrhunderts dem Dadaismus neues Leben eingehaucht. So behaupten sie zumindest. Unbestritten sind Gedichte wie «Igelschrift», «Röder» oder «Geleanrd to Bock» in der eingeschworenen Fangemeinde Kult. Die Gedichte lassen maximalen Interpretationsspielraum und sind somit in jeder Lebenslage zu gebrauchen. Gedichte die helfen, obwohl sie es nicht sollten. Ob Dada wieder auferstanden ist, muss allerdings der geneigte Leser selbst beurteilen. Vor dem Kauf empfiehlt sich der Genuss des «Kleinen Uwsten» als E-Book. Kostenbefreit, unverbindlich und immerhin die Hälfte des großen Bruders.

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SV0001
Uwe M., Karabin Oljoschin:
Der große UWSTEN

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
100 Seiten einseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 9.63 EUR

Lyrik lebt!

Das möchte Lisa Weichart mit diesem Büchlein beweisen, wenn auch nicht untermauern. Denn Steine sind zu wenig für das, was einem hier wurzeln und blühen möge: Eine zarte Pflanze, die einfach sprießen will. Es braucht Erde und Licht, dieses 94 Seiten starke Werk, es wächst auf der inneren Wiese in uns. Und natürlich Wasser – oder einen feinen Wein? Hauptsächlich verlangt es nach einem Knie, auf dem es liegen kann, damit Hände (die sonst eher über Tablets wischen) bei jedem Umblättern ein fernes Seelenrauschen bei der Autorin erzeugen, die auf magisch-schräge Weise mit den Gedichten verbunden ist.

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SV0005
Lisa Weichart:
Flüsterkuss

Taschenbuch
Softcover
Klebebindung
94 Seiten doppelseitig bedruckt
Lesezeichen mit Gebrauchsanweisung
Preis: 9.63 EUR

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